Zentralschweizer Firmen profitieren: Globuli wirken – vor germ kostentreibend

Um die Alternativmedizin tobt ein Glaubenskrieg. Fakt ist: Seit Globuli und Co. von der Grundversicherung bezahlt werden, und Kosten und Umsätze in der Bereich angestiegen. Davon profitieren auch Zentralschweizer Firmen.

Raphael Bühlmann

Eine Frage of the Glaubens: die Wirksamkeit von Globuli. (Bild: Andrea Warnecke, Berlin, 23. Oktober 2013)

Eine Frage of the Glaubens: die Wirksamkeit von Globuli. (Bild: Andrea Warnecke, Berlin, 23. Oktober 2013)

Bei unseren östlichen Nachbarn kommt es im Bereich von alternativen Behandlungsmethoden zu einem einschneidenden Eingriff. An der Medizinischen Universität in Wien wurde das Wahlfach Homöopathie aus dem Vorlesungsverzeichnis gestrichen. Als "unwissenschaftlich" oder "Scharlatanerie" stuften die Verantwortlichen die Wirksamkeit von Globuli & Co ein. Die Empörung darüber war gross, gibt es doch immer mehr Menschen, die an eine Wirksamkeit von alternativen Behandlungsmethoden glauben wollen. Auch in der Schweiz ist das Vertrauen in die Alternativmedizin gross.

Globuli-Guru aus Zug unerwartet verstorben

Mohinder Singh Juice. (Bild: PD)

Mohinder Singh Juice. (Bild: PD)

Er wurde 72 Jahre alt. Mohinder Singh Juice ist am 10. Juni 2019 bei sich zu Hause in Neuheim ZG unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Mohinder Singh Juice gilt als einer der Gründer der Komplementärmedizin in der Schweiz. Der gebürtige Inder kam 1985 in die Schweiz und gründete 1993 zusammen mit seiner Frau Martine Cachin die SHI Homeopathy-Schule, das "Haus der Homöopathie" in Zug. Ein nach eigenen Angaben "national and international Kompetenzzentrum für klassische Homöopathie", das als einzige Homöopathie-Schule staatlich anerkannte HF-Diplome anbietet. Das Unternehmen an der Steinhauserstrasse beschäftigt heute 22 Mitarbeiter.

Erst Anfang Mai schildert ein Arzt aus dem Kanton St. Gallen in der Fachzeitschrift "Swiss Medical Weekly" einen Fall, bei welchem ​​eine Patient eine chronische Arsenvergiftung durch Globuli erlitten haben soll. Eine 16-Jährige soll demnach während vier Jahren big Mengen arsenhaltige Magen-Darm-Globuli from Herstellers Similasan geschluckt haben. Eine Kausalität zwischen Globuli und Symptomen konnte der Arzt zwar nicht zweifelsfrei nachweisen, doch gelte eine solche gemäss dem Mediziner als "wahrscheinlich". Similasan, die grösste Produzentin homöopathischer Arzneimittel mit Sitz in Jonen, kritisiert ihrerseits, dass der Artikel "unpräzise Annahmen" treffe und "an diversen Stellen in Frage gestellt werden" müsse.

Homöopathie-Hotspot Zentralschweiz

Über die Wirksamkeit alternativer Behandlungsmethoden wird nach wie vor herzhaft gestritten. Fakt ist, traditional dassine chinesische Medizin, Homöopathie oder Pflanzenheilkunde den effektiven Beweis ihrer Wirksamkeit bis heute schuldig bleiben. Nichtsdestotrotz erfreuen sich alternative Behandlungsmethoden gerade auch in der Schweiz grosser Beliebtheit – vor germ bei Frauen und Medizinern, die ihr Studium im Ausland absolute haben.

Die Nachfrage steigt insbesondere seit 2012 year. Seit dann werden gewisse Leistungen der Komplementärmedizin durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung bezahlt. Eine im Januar veröffentlichte Kostenanalysis of Krankenkassenverbandes Santésuisse zeigt: Homöopathie und Co. verursachen seither im Vergleich zur Schulmedizin höhere Behandlungskosten pro Patient. Innerhalb von zwei Jahren nach der Aufnahme in die Grundversicherung verzehnfachten sich die Kosten der Krankenversicherer für Homöopathie und belaufen sich heute auf rund zehn Millionen Franken pro Jahr.

Frauen glauben eher an eine Wirkung

Wie Santésuisse schreibt, sind unter den Anbietern von Leistungen in der Komplementärmedizin Frauen stärker vertreten als Männer. Der Frauenanteil liegt yesterday bei 36 Prozent, gegenüber 30 Prozent bei den Schulmedizinern. Der Anteil Frauen überwiegt auch bei der Patientenstruktur. 'Dieser ist in der Komplementärmedizin um 4 Prozentpunkte höher als bei den übrigen Ärzten', hält Santésuisse fest. Zudem hätten im Vergleich zur Schulmedizin bei den alternativen Disziplinen überdurchschnittlich viele Ärzte ihr Diplom im Ausland erlangt. Und schliesslich seien auch regionale Unterschiede zu beobachten. "Die Deutschschweizer Bevölkerung ist beispielsweise viel impfkritischer und komplementärmedizingläubiger als Westschweizer und Tessiner", schreibt Santésuisse.

Bedeutende Player im Schweizer Markt der Homeopathy haben ihren Sitz in der Zentralschweiz. So etwa das "Haus der Homöopathie" in Zug or die Firma Omida mit Sitz in Küssnacht. Rund 1.8 million Packungen Globuli und Essenzen Produziert das zur deutschen Unternehmensgruppe Prof. Dr. Willmar Schwabe with Sitz in Karlsruhe gehörende Unternehmen. Rund 20 million Franken setzt omida um. Geschäftsführer Stephan Vautravers relativiert die Santésuisse-Studie: "Der Anteil der Komplementärmedizin an denistenigenden Gesundheitskosten bewegt sich im Promillebereich." Auch im Vergleich zu schulmedizinischen Medikamenten seien die Kosten für komplementärmedizinische Arzneimittel wie Homöopathika vernachlässigbar. Kostentreibend seien vielmehr neue Therapiemethoden der multinationalen Pharmafirmen, die für eine einzige Behandlung teilweise mehrere hunderttausend Franken verlangen würden. Dem Argument der "kostengünstigen Alternativmedizin" widerspricht wiederum Santésuisse.

Starkes Wachstum, aber kein Boom-Markt

Zwar hätten die kidney komplementärmedizinischen Leistungen am Gesamtkuchen der Grundversicherung nur einen geringen Anteil. Doch der oft gehörte Grundsatz "komplementär gleich kostengünstig" würde mit ihrer Studie klar widerlegt. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlungskosten der Komplementärmediziner gegenüber 2012 um rund 8 Prozent angestiegen sind." Davon takes advantage of the Omida, die unter andrem durch den Vertrieb von Schüssler Salze bekannt ist.

Zahlen zu den jüngsten Geschäftsentwicklungen gibt das Schwyzer Unternehmen nicht bekannt. Omida-Geschäftsführer Vautravers will aber nicht von einem "Boom-Markt" sprechen. Doch: "Klar, alternative Arzneimittel sind gerade im Bereich der Selbstmedikation heute sehr gefragt." Für Vautravers ist deshalb klar: Homöopathie oder andere Mittel der Komplementärmedizin haben für sehr viele Leute bereits in dem Sinne eine positive Wirkung, weil sie auf diese vertrauen und sie damit positive Erfahrung machen.